Archive for the ‘Welkom in Suid-Afrika’ Category

Die erste Woche ist nun rum…

Freitag, Oktober 19th, 2007

Meine erste Woche ist nun um, es ist Freitagabend und ich bin total geschafft. Ich habe so viele Kinder kennen gelernt, so viele schreckliche Geschichten gehört, so viele Eindrücke erhalten, dass mein Kopf voll davon ist. Ich denke, ich werde dieses Wochenende nur faulenzen um den Kopf wieder frei zu bekommen.

Warum kann dieses Land nicht einfach einen „break“ machen und neu starten? Es gibt so viele Dinge, die hier so absurd sind. Heute war ich zum Beispiel mit einem 17 Jahre alten Jungen (Johannes) bei Home Affair, dies ist so was wie das Einwohnermeldeamt. Er hat bisher keine ID-Number, was so was wie eine Personalausweisnummer ist. Allerdings ist es eigentlich unmöglich für ihn eine ID zubekommen, da er lediglich die ID seines verstorbenen Vater und seiner Granny hat. Ihm fehlt die der Mutter, aber er kennt seine Mutter nicht, sie hat ihn zurück gelassen, als er ein Baby war. Manchmal ist es aber von Vorteil, wenn man weiß ist, aus Deutschland ist und behauptet man sein Socialworker. Ok, ich kann nicht zaubern, aber der Junge muss nun lediglich den Vor- und Nachnamen der Mutter raus kriegen, dann bekommt er die ID. Und dies scheint mir nicht so unmöglich zu sein, wie die ID. Am Montag, wird diese Geschichte in die zweite Runde gehen. Mal sehen, ob wir dann die ID bekommen.

Mittlerweile kennt man mich im Township, die Menschen grüßen und sprechen mich an. Ich werde jeden Morgen sehnsüchtig am Zaun erwartete um mir den neusten Klatsch und Tratsch anzuhören, Teenie-Magazine anzusehen, oder gute Schularbeiten zu bewundern. Ich sage nur Chap, chap (keine Ahnung wie es geschrieben wird, aber es bedeutet, fine, fine).

Ich kann schon auf Sesotho grüßen, fragen wie es einem geht, mich oder andere verabschieden, danke sagen und halt loben. Auto, Gewehr und Eisenbahn ist auch in meinem Repertroit.

 Heute waren wir mit drei schwierigen Geschichten beschäftigt. Die Sache mit der ID, dann hatten wir ein Gespräch mit einem 16-jährigen der schwul ist. Er und auch sein Umfeld hat damit ein Problem, so dass er sich in Alkohol und Drogen flüchtet, seine Mutter beklaut und die Schule schwänzt. Der andere Fall, ist ein „Sorgerechtsstreit“ zwischen der Tante und der Cousine eines Waisenmädchens. Beide wollen dieses Kind versorgen und behaupten von der anderen, dass sie dazu nicht in der Lage wäre. Nächste Woche schaue ich mir die Wohn- und Lebensumstände an, dann werden wir entscheiden. Zum Glück scheinen die Menschen auf das, was das Centre sagt, zu hören. Es ist also wirklich nötig, dass ich Sesotho lerne, denn viele sprechen kein oder nur schlechtes Englisch und sie wollen auch meine („weise-deutsche“) Meinung hören. So, nun kennt ihr auch die „Schattenseite“ dieses Landes. Es ist nicht nur Pool, Sonne und Urlaub. Im Gegenteil, es ist ein Knochenjob, wenn ich nach Hause kommt wird es dunkel und der Pool lockt dann auch nicht wirklich und Sonne…. Pah, aber seht selber…. 


Die erste Woche

Montag, Oktober 15th, 2007

Jeder der von sich selber die Eigenart kennt Selbstgespräche zu führen weiß, wie das ist. Man plappert einfach Dinge vor sich hin. Belangloses, Geschimpfe oder einfach nur komische Gedanken, die man in diesem Moment hat. Ich bin auch so ein Mensch. Und manchmal spreche ich schneller ails ich denken kann und – schwupps – schon ist es raus. Aber dies will ich ja gar nicht vertiefen. Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass ich mich immer mehr erwische wie ich meine geliebten Selbstgespräche in Englisch führe. Angefangen hat alles mit „left“ „left“ „left“. Dies ist jetzt fast verschwunden, denn links fahren scheint mir im Blut zu liegen. Man glaubt es kaum, aber man kann wirklich mit 60 km/h durchs Township brettern. Man passt sich hier ganz schnell an. Kreuzungen werden hier meistens durch Stop-Schilder geregelt. An allen 4 Einmündungen und wer zu erst da war, darf nach dem stoppen auch zuerst fahren. Aber Stop heißt nicht, wie in Deutschland, anhalten, im Geiste bis 3 zählen, Gang rein und dann fahren wenn es frei ist. Nein, hier heißt Stop eher langsam werden, Obacht haben und weiter fahren und dies mindestens im zweiten Gang. Und wenn der, der eigentlich zuerst fahren dürfte nicht fährt, dann Pech gehabt. Klar, man muss hier höllisch aufpassen, denn auch wenn es Zebrastreifen gibt, ist trotzdem die ganze Stadt ein einziger Zebrastreifen. Nicht gucken, nur gehen lautet hier die Devise. Außerdem fahren gerade abends hier die Menschen gerne mal Volltrunken. Was sage ich da, abends? Eigentlich immer. Gerade hatten wir Besuch von einem Policeofficer und der war schon nicht mehr ganz sicher auf den Füßen. Ähm um 5 p.m.! Und er war mit dem Wagen da. Ich sage nur 0,5 ‰……..

Ich war heute zum ersten mal im Relebohile Daycare Centre. It’s a nice place. Die Ladies, die dort arbeiten sind sehr freundlich, der Watchman ist auf eine nette Art sehr schüchtern und der Fahrer von „Milk on the move“ hat mir nach einem 2 Minuten Gespräch direkt einen Heiratsantrag gemacht. Aber ich glaube, das war nicht aus Liebe. Ich denke, der will nur zu so einer „reichen“ Frau nach Deutschland. Oder sollte ich doch auf echte Liebe hoffen? J

Kokkie rief mich irgendwann an um mich zu fragen, wann ich denn endlich nach Hause käme. Sie ist ein sehr herzlicher mütterlicher Typ und sie will keinen Ärger mit meiner Mutter bekommen, deswegen passt wie auf mich auf. Sie fragte mich auch gleich, ob sie mir denn steak, chips & salad zum dinner machen soll und wann. Es ist wie im Himmel, aber wie gesagt 2 Welten.

Habe dann, als das Daycare Centre schloss, Josephine nach Hause gebracht und 2 Ladies mit in die Stadt genommen.

Das schrecklichste des Tages war, dass Mpho bereits seit ein Paar Tagen nicht ins Centre kommt. Ich ging dann zusammen mit Josephine zum mokhukhu des Vaters. Mpho ist keine AIDS-Waise, sondern seine Mutter ist abgehauen und der Vater, der meines Erachtens kaum älter als 18 Jahre ist, ist querschnittsgelähmt auf Grund eines Autounfalls. Vater und Sohn bekommen keinerlei finanzielle Unterstützung, was aber eine andere lange Geschichte ist. Auf jeden Fall ist Mpho letzte Woche zu seiner Granny auf eine Beerdigung gefahren, in eine Stadt, die vielleicht eine halbe Stunde entfernt ist. Und nun hat der Vater kein Geld seinen kleinen Mpho (3 Jahre) wieder zurück zuholen. In solchen Momenten will man am liebsten sein Portmonee öffnen, denn diese Fahrt würde den Vater 8 Rand kosten, was umgerechnet 80 Cent sind. Aber dies würde den Vater auch nicht aus seiner Lethargie herausholen, denn wenn er sich etwas mühen würde bekäme er eine Rente für sich und seinen Sohn. Josephine hat aber Erbarmen mit dem Kleinen und da sie am Wochenende eh in dieser Stadt ist würde sie, Mpho, wenn er noch immer dort ist und auch zum vereinbarten Treffpunkt kommt, mit nach Tumahole zurück nehmen.

Neo, der andere kleine Junge, der den ganzen Tag dort ist, da er noch nicht zur Schule geht,nist auch so ein Fall, bei dem einem Tränen kommen könnte. Neo ist HIV-positive und vielleicht schon an AIDS erkrankt, Er ist sehr zart, schmächtig und kränklich. Neo, der anfangs sehr scheu war, kein Englisch nur Sesotho spricht, habe ich mit Cookies bestochen. Josephine brachte mir some Cookies und ein Glas Saft. Neo brachte sie auch ein bisschen Saft aber nur 2 Cookies, ich hatte mindestens 10 oder so auf dem Teller. Als Neos Cookies leer waren habe ich meine mit ihm brüderlich und heimlich geteilt. Ich habe nun einen Fan!

Es muss schrecklich für die Kids sein mit dem Stigma HIV-positive zu leben, da sie um ihren frühen Tod wissen. Klar können sie nicht wirklich anschätzen, was das heißt, früh zu sterben aber irgendwie schon, denn ihre Eltern sind ja auch schon früh gestorben. Tod gedeutet weg sein.

Auf dem Weg zum Mpohs mokhukhu kamen wir an einem Beerdigungsinstitut vorbei und ich bemerkte, dass es ja schon bezeichnend sei, dass auf einem Schild „24h open“ stand. Prompt schleppte mich Josephine hinein und die Lady dort war so begeistert von mir, dass sie mir alles zeigte, auch den Raum mit dem Schild „authorized person only“. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele verschiedene Kindersärge gesehen. In Blau, Rosa, Weiß, Särge aus hellem und dunklem Holz, mit und ohne Beschläge und in verschiedenen Größen. Der Anblick war so erschlagend und machte einen so traurig, dass wir schnell wieder gehen mussten. Um noch einen drauf setzten zu können, zeigte Josephine mir den Friedhof und merkte an, dass er nun geschlossen sei, da er überfüllt ist. Manchmal denke ich, dass es schon „gut“ ist, dass niemand die Bevölkerungsrate in den Townships erfasst….

Die ersten Tage

Samstag, Oktober 13th, 2007

Den restlichen Freitag und das Wochenende verbrachte ich
damit das Land – also die nächsten 6-7 Blocks – und die Leute genauer unter die Lupe zunehmen. Ich entschied mich dazu, da ich eh noch ein paar Dinge des täglichen Lebens und ein paar Rand abheben wollte, dies außerhalb eines kleinen Archipels zutun.

Mein Polo

Kurzer Hand schnappte ich mir meinen Polo, setzte mich auch auf der Richtigen Seite hinters Steuer aber griff prompt über meine linke Schulter um nach dem Sicherheitsgurt zu greifen. Diese total dämlich aussehende Geste sollte mir in den nächsten Tagen noch einige Male passieren. Ich fuhr dann wie eine Fahranfängerin rückwärts aus der langen, schmalen und total Zugeparkten Einfahrt und murmelte die ganze Zeit wie eine beschwörende Voodoformel
„left“ „left“ „left“. Ging gut, denn ist gar nicht so einfach  rückwärts aus einen Tor zu
kommen und prMein Carportompt die richtige Fahrspur zu treffen. Diese Voodoformel ist beim Abbiegen oder beim Verlassen von Parkplätzen noch mein ständiger Begleiter. Ich hoffe, dass der Voodozauber eine schützende Hand über mich hat, wenn ich auf diesen Straßen unterwegs bin. Horror. Stopp heißt nicht gleich stopp, pah war da eine Ampel die unverschämterweise rot anzeigte – nicht gesehen. Hier scheint die ganze Stadt ein einziger Zebrastreifen zu sein, wer weiß. Ich hab erstmal den Schutzengel, den ich von meiner Mutter bekommen habe, an den Autoschlüssel gemacht. Sicher ist Sicher!

Ich kenn nun schon 3 der zig Supermärkte. Mein erste Begegnung mit hiesigen Supermärkten war „Shoprite Parys“ Philip Ecke Venus Street. Hier hatte ich zusammen mit „allen“ Angestellten viel Saß, denn meine deutsche Kreditkarte lässt sich nicht wie die hiesigen durch einen „Schlitz“ ziehen sondern muss in das Lesegerät gesteckt werden. Diese Technik scheint hier völlig unbekannt und extrem spannend gewesen sein. Aber nun kennt man mich wenigstens. Vielleicht darf ich ja in das goldene Stadtbuch schreiben oder bekomme einen goldenen Einkaufskorb.

In den anderen beiden Supermärkten (Spar und Pick `n Pay – bis jetzt mein Liebling- Supermarkt) gab es auch so einen Auflauf als ich bezahlen wollte.

Was mich aber sehr erstaunt hat ist, dass hier Toilettenpapier in einzeln verpackten Rollen verkauft werden und diese werde von den Menschen gekauft. Einzeln, also immer nur eine Rolle. Hmm, was sagt denn dies aus? Klopapier ist kostbar? Immer nur ein Blatt? Man geht hier nicht kacken? Oder noch schlimmer, man benutzt es nicht immer? Ich mag mir dazu eigentlich keine weiteren Gedanken machen!

Auf jeden Fall sind hier Gemüse, Wurst und Molkereiprodukte sehr teuer, teilweise teurer als in Deutschland. Und Brot, eine Geschichte für sich! Weiß, soft & pappig! Aber ich habe immerhin schon ein Brot entdeckt was dunkel, soft & pappig ist.

Das Leben besteht aber nicht nur aus Einkaufen. Es gibt beispielsweise noch den Pool. Den habe ich bereits getestet. Sooooooo kalt war das Wasser, aber ich habe durchgehalten und 22 Bahnen geschwommen. Hmm, jetzt müsste man nur wissen wie lang eine Bahn ist. Ich gehe sie mal ab, aber nicht jetzt, denn da hab ich mal durchgerungen zu dem in aller Munde seienden Festival zugehen und dann, es blitz donnert und regnet. Aber so, dass man direkt mit dem Bau der Arche beginnen möchte. Ach nennt mich einfach Noah!

Den nun folgenden Abschnitt widme ich allen Tierfreunden und denen, die sofort bestimmte Klischees vor Augen haben, wenn es um das südliche Afrika geht. Steffi und die wilden Tiere. Ja, es gibt sie wirklich, die wilden Tiere. Und ich hab sie schon gesehen, direkt vor meiner Tür. Mit welchem fang ich an, mit dem größten, mit dem kleinsten. Ach ich weiß auch nicht. Ich zähle mal wahllos auf. Am meisten beeindruckt hat mich die grasgrüne Gottesanbeterin, die direkt vor meiner Tür die Mauer hochgeklettert ist. Ungewöhnlich sind auch die vielen Fledermäuse, die in der Abenddämmerung um das Haus flattern und die in dem Zwischenraum zwischen dem Dach und der Zimmerdecke wohnen. Am gefräßigsten sind allerdings die Milliarden Moskitos, die auch bei mir wohnen. Morgens werde ich gegen 5 Uhr von zartem bis nervigem Vogelgezwitscher geweckt. Die zarten Stimmchen gehören einem Vogel(ehe)paar, das wie kleine Bachstelzen aussehen und ein Nest mit Brut haben. Wie schön dass ich durch einen dummen Zufall zu Hause nachgesehen was Vogelnest heißt, diese Vokabel habe ich direkt am zweiten Tag gebraucht. Für alle, die meinen, sie könnte diese Vokabel auch mal benötigen und kennen sie nicht – voila – bird’s nest bedeutet Vogelnest. Ist also nicht so schwer.

Zu den etwas kleiner Tieren gehören diverse Käfer, Fliegen, Spinnen und andere Insekten wie Motten, die entweder faul im Pool liegen – oder sind sie etwa Tod? – oder sich todesmutig in die elektrische Insektenfalle stürzen und dort dann gegrillt werden. Sieht ein bisschen wie ein Feuerwerk aus und macht aber ein ganz fieses Geräusch. Nun aber flott zu dem größten Tier, das total gefährlich im Garten lag. Eine grau-getigerte Katze, die sich in der Sonne putzte. Sorry, wenn ich jetzt den ein oder anderen enttäuscht oder gelangweilt habe, aber ist nun mal ein Stück Realität, dass ich morgens nicht von einem schielenden Löwen wach geleckt werde.

Das Wetter in South Africa ist einzigartig. An einem Tag denkt man die Welt geht unter bzw. versinkt in den Fluten und am anderen Tag ist der Himmel strahlend blau, keine Wolke am Himmel und die Sonne scheint also ob nicht gewesen wäre lediglich das Gras ist noch etwas feucht.

Sonntags gibt es ein besonderes Frühstück. Omeletts gefüllt mit gebratenen Zwiebeln, Tomaten und Wurstscheiben. Ich frage mich in anbetracht der Menge, wer das alles essen soll und ob alle besser privilegierten – mir fällt kein besseres Wort ein – einen hohen Cholesterinspiegel haben, Herzinfarkt gefährdet sind oder ähnliches. Ich schaffe diese Portion auf keinen Fall und habe bis zum Nachmittag keinen Hunger. Ich bin einfach papp-satt. Dazu gibt es „strong-koffie“, was sich als Jakobs Instant Kaffee herausstellte. Ich trinke ihn papp-süß mit viel Milch, wenn schon denn schon. Kokkie sagt, dass nach dem Samstagabend das Wochenende schon vorbei ist. Ich denke, sie meint damit, dass man hier in Parys nicht wirklich viel unternehmen kann. Aber das will ich ja auch nicht. Ich denke, ich fahre mal ein bisschen zum Vaal raus. Als ich Kokkie das erzählte schaute sie mich ganz skeptisch an. Scheinbar gibt es dort nicht zu sehen oder so. Ich werde berichten.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass Kokkie ein Spitzname ist? Sie heißt irgendwie ganz anders und Kokkie ist in Afrikaans ein kleiner viel zwitschernder Vogel. Ich finde der Spitzname passt ganz gut, mein es aber nicht böse.

Morgen fängt ein neuer Abschnitt an. Ich werde zum ersten Mal nach Tumahole in das Daycare Centre fahren. Bin schon ein bisschen aufgeregt, denn ich habe nicht die leiseste Vorstellung was mich in Wahrheit dort erwartet. Ok, die Eckdaten kenn ich. Etwa 150 Kinder deren Eltern in den meisten Fällen an AIDS verstorben sind, 5 Mitarbeiter und eine Kultur, die einfach ein bisschen anders tick. Hinzu kommt die Sprachbarriere. Ich kann kein Afrikaans, geschweige denn Sesotho und mein und deren Englisch wird sich bestimmt hervorragend ergänzen. Obwohl ich hätte nicht gedacht, dass mein Englisch so gut ist. Kann mit den Houseguest über Kindererziehung, Mitpreise, Wetter und Krokodilen in Flüssen plaudern.

Habe ich schon erwähnt, dass das hier ein komisches Land ist? Nebst, dass die hiesigen Menschen Toilettenpapier einzeln kaufen, gibt es hier tatsächlich Müllbeutel, die parfümiert und farbig sind. Im Guesthouse sind die Mülltüten lila und duften nach Lavendel. Es gibt aber auch gelbe mit Tropic-Duft, grüne die nach Apfel riechen und so weiter.

Krass finde ich auch, dass ich mir Gedanken mache, wie ich mit dem Kontrast, in diesem House zu leben und in Tumahole arbeiten, umgehe und Kokkie sagt mir, dass sie später mal eine Wasserprobe vom Pool nehmen muss um es analysieren zu lassen, denn irgendetwas würde nicht stimmen, denn das Wasser wäre nicht richtig blau. Es gibt hier wirklich zwei Welten. Aber ich genieße es ja auch, denn ich nutze den Pool und alle anderen Annehmlichkeiten. Komme mir gerade etwas schäbig vor. Aber die Alternative wäre im Township wohlmöglich in einem mokhukhu zu leben, war natürlich unmöglich und vielleicht auch zu gefährlich wäre. Ich versuche einfach, bescheide zu sein, meine Energie ins Daycare Centre zuinvestieren und mich nicht wie der naive, dekadente Tourist zu verhalten. Ich denke dies ist schon eine Menge wert.

Der erste Morgen

Freitag, Oktober 12th, 2007

Ich hatte zum Glück ausgemacht, dass ich den ersten Tag mal langsam angehen werde. Nachdem ich ausgeschlafen hatte habe ich dann festgestellt, dass die aircondition im Flugzeug mir mal einen kleinen Schnupfen verpasst hat.

Im Haupthaus nahm Kokkie mich freundlich in Empfang und machte mir ein typisches Frühstück: Boerewors, Spek and Gebak Eiers. Dazu gab es Roosterbrood, Botter, Lemoensap und Koffie met melk. Nachdem ich das ganze Haus, den Garten und den Pool angeschaut habe, hielt ich noch einen kleinen Schwatz mit Kokkie und Jan über die „Nationalsportarten“, die hier Ruckby und Cricket sind. Die beiden können die deutsche Schwärmerei für Soccer – unseren guten Fußball – nicht nachvollziehen, glauben aber, dass die WM 2010 sehr gut für Südafrika und das Ansehen des Landes ist.